09.02.2010

Dienstag, den 9. Februar 2010

Linda in am 9. Februar 2010, 11:36   1 Kommentar »

Die Kurzmeldungen des Tages:

David & Luis live im Bateau Ivre.

Martin in am 9. Februar 2010, 10:06   Kommentar schreiben »



Gestern abend saß ich im Bateau Ivre an der Oranienstraße beim Abendessen (Tapas), hereinkamen David und Luis (von den “Rathaus Ramblers”) und spielten drei Songs, auf Gitarre und Saxophon. Schön war das.

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Eva Strittmatter

Jürgen in am 9. Februar 2010, 06:38   Kommentar schreiben »

Eine der bedeutendsten Lyrikerinnen der DDR feierte gestern ihren 80. Geburtstag. Aus ihrem Gedichtband “Ich mach ein Lied aus Stille”- Edition Neue Texte, Aufbau-Verlag:

Freiheit

Ich kann dich lieben oder hassen-
Ganz wie du willst. (Kann dich auch lassen.)
Und du kannst schweigen oder sprechen.
Ganz wie du willst. Daran zerbrechen
Werd ich nicht mehr. (Ich kann auch gehn.)
Ganz wie ich will, wird es geschehn.

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08.02.2010

Warnstreik bei der BVG angekündigt

Susanne in am 8. Februar 2010, 20:59   4 Kommentare »

Für morgen haben Mitarbeiter der BVG einen Warnstreik angekündigt, der bis in den Nachmittag dauern soll. Völlig lahmgelegt wird der Betrieb zwar nicht, aber es dürfte eng werden. (Quelle: Tagesspiegel)

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60 Jahre her: Gründung der Stasi in Berlin - die Blockwartschmiede

Michael in am 8. Februar 2010, 18:58   Kommentar schreiben »

Das Ministerium für Staatssicherheit: Schild und Schwert der Partei

Am 8. Februar 1950 wurde in der knapp mal ein halbes Jahr alten DDR das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gegründet – natürlich in Berlin, der Hauptstadt der DDR (wer von den 40+jährigen erinnert sich nicht an die ganzen Straßenschilder auf dem Berliner Ring mit dem Verweis darauf!). Im Parteiorgan Neues Deutschland war am 9. Februar 1950 zu lesen: die “Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft in der DDR” werde in ein “Ministerium für Staatssicherheit” (MfS) umgewandelt.”

Wozu diente das Ministerium, im Volksmund später nur noch STASI genannt? Zunächst war es einigen Quellen zufolge tatsächlich als eine Art Nachrichtendienst gegründet worden, wie ihn nahezu jeder Staat unterhält. Schnell zeigten sich aber Züge in der Führung, die sich in der Tradition der 1917 von den “Bolschewiki”: (Большевики = “Mehrheitler”) in Russland gegründeten Tscheka sahen – Josef Stalin war in Russland von Anfang an dabei (seit der Gründung 1903 in London). 1953 konnte trotz der bis dahin vergleichsweise vielen Mitarbeitern der Stasi der Volksaufstand in Berlin-Friedrichshain nicht verhindert werden – Zeit für eine Umstrukturierung.

Geheimpolizei in der Tradition der Tscheka

Erst durch Erich Mielke (dritter Leiter der MfS nach Zaisser und Wollweber, von 1957 bis 1989) erhielt die STASI die vollendete Struktur eines weitverzweigtes Zuträgersystem für eine gleichsam flächendeckende Überwachung der Bevölkerung, denn er hatte alle Eigenschaften eines guten “Tschekisten”: Disziplin, Arbeitseifer, Loyalität und Wille zur Macht. Die Geheimpolizei, wie die Tscheka (später in die GPU transferiert), war ein Parteiorgan, funktionierte, wuchs und wurde ein “Beschäftigungsmotor”.

Rund 2700 hauptamtliche Mitarbeiter hat die Stasi von Anfang an, im Jahr 1953 sind es schon rund 13.000, im November 1989 beschäftigte die Stasi 91.000 feste Mitarbeiter und bis zu 180.000 freiberufliche Spitzel, sogenannte Inoffizielle Mitarbeiter (IM) – man erinnere sich an den erst ein paar Tage zurückliegenden Fall des IM Genua.

Kaum nachzuvollziehen aus heutiger Sicht: am 17.11.1989 erklärte Hans Modrow die Absicht, das MfS in das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) umzuwandeln. Der im Volk trotz der hohen Zahl an offenen und verdeckten Mitarbeitern verhasste Apparat sollte gerettet werden. In den Dezember- und Januartagen 1990 wurde dies durch Besetzungen der Stasizentralen in Lichtenberg und Treptow durch Bürgerrechtler verhindert, doch bis dahin waren schon viele Akten verschwunden.

Seit 1933 eine nahezu nahtlose Tradition mit dem Blockwart – ein trauriges Kapitel in der ostdeutschen Geschichte. Seit dem 29. Dezember 1991 trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft, das der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet hatte. Seitdem ist die vollständige Öffnung der Akten des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes erfolgt, insbesondere der Zugang der Betroffenen zu den Informationen, die der Staatssicherheitsdienst zu ihnen gespeichert hat. Umgangssprachlich wird diese Einrichtung auch nach ihren Leitern Gauck-Behörde, später Birthler-Behörde genannt.

*Überschrift ergänzt am 9. februar 2010

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Montag, den 8. Februar 2010

Sebastian in am 8. Februar 2010, 11:02   Kommentar schreiben »

Der niederträchtige “Ehren“mord an Hatun Sürücü jährte sich gestern zum fünften Mal. Es wird eine Straßenbenennung ins Spiel gebracht. Zeit, sich mal wieder zu erinnern; auch mit

07.02.2010

Zeitenlauf

Harald in am 7. Februar 2010, 18:48   17 Kommentare »

Der winterliche Berliner Hauptbahnhof in der Morgensonne - Foto: h|b

Langsam und träge wie eine dicke Suppe mit vielen Stippen wälzt sich die Spree derzeit am Hauptbahnhof vorbei. Man muss wirklich einen Moment stehenbleiben, um die Bewegung überhaupt zu erkennen. Man kann dort wunderbar über den Lauf der Zeit sinnieren und darüber nachdenken, wo diese ganzen Eisstippen letztlich enden.

Spätestens an der Schleuse am Tegeler Weg, stellen sich der trägen Eisspree unüberwindbare Hindernisse in den Weg. Wird das Eis dort einfach geschreddert und zu Crusheis?

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Karl Siebrecht und Gustav Hackendahl

Jürgen in am 7. Februar 2010, 18:11   1 Kommentar »

Die beiden sind mir recht gut bekannt, ebenso wie Johannes Pinneberg und Otto Quangel. Es sind allesamt Helden aus den Romanen eines Schriftstellers, der wie kaum ein anderer, die Geschichten der “kleinen Leute” erzählen konnte und der, obwohl nicht hier geboren und aufgewachsen, auch die Stadt Berlin und seine Menschen immer wieder realistisch und liebevoll beschrieb: Hans Fallada.

Zu den faszinierendsten seiner Bücher gehört für mich “Ein Mann will nach oben”. Das Buch handelt in der Gegend um den damaligen Stettiner Bahnhof, der heute nicht mehr existiert. Sein Areal entlang der Invalidenstraße wird heute von den neuerrichteten Verwaltungsbauten der BAHN und dem Nordbahnhof beherrscht. Der Titel des Buches ist – aus heutiger Sicht und in jetzigem Sprachgebrauch – vielleicht etwas irreführend, denn es geht nicht um die Karriere eines jungen Mannes, sondern “nur” um sein Überleben in der großen Stadt. Der Held des Buches, Karl Siebrecht, kämpft sich durch den Alltag, fällt und steht immer wieder auf. Er trifft auf Menschen, die ihm weiterhelfen, aber auch auf Ganoven, Gier und Hartherzigkeit. Ein packendes, sehr gut zu lesendes Berlin-Buch.

Die Bücher Falladas sind vor 1945 im Rowohlt-Verlag erschienen. Nach 1945 wurden seine Werke sowohl bei Rowohlt (BRD), als auch im Aufbau (DDR), der im August 1945 gegründet wurde, verlegt. Der Aufbau-Verlag hat kürzlich sämtliche Rechte am Gesamtwerk von Hans Fallada erworben.

Aufbau plant nun die Herausgabe weiterer Werke aus Falladas Nachlaß sowie seiner Hauptwerke als e-book. Der Kutscher Gustav Hackendahl (“Der eiserne Gustav”), der Buchhalter Johannes Pinneberg aus seinem Welterfolg “Kleiner Mann, was nun” oder Otto Quangel aus “Jeder stirbt für sich allein” werden uns, den Lesern, also auch weiterhin als beeindruckende literarische Gestalten begleiten.

Übrigens: Der Besuch des Hans-Fallada-Archivs in Carwitz bei Feldberg lohnt sich zusätzlich wegen der wunderschönen Seenlandschaft in dieser Gegend.

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Berliner Karikatur: Hachfeld's Blick auf Ahmadinejad

Michael in am 7. Februar 2010, 17:30   12 Kommentare »

Politische Karikaturen im Palais am Festungsgraben Foto: MM (HSB)

Der in Berlin lebende politische Karikaturist Rainer Hachfeld hat das Ergebnis der Münchner Sicherheitskonferenz schon vorweggenommen: keine Einigung mit dem iranischen Diktator Ahmadinejad, das Land will sein Uran selber anreichern. Experten sprechen von einem politischen Sprengsatz.

Hachfeld, der für das berühmte Düsseldorfer Kommödchen, ehemals von Kay und Lore Lorentz geführt, gearbeitet hat und später durch seine spitzen, aber zutreffenden Karikaturen bekannt wurde, hatte das oben gezeigte Bild bereits vor einiger Zeit kreiert. Es war in einer Ausstellung der Saarländischen Galerie im Palais am Festungsgraben bis vor kurzem zu sehen.

Es ist schön, in einer hochinteressanten Zeit mit langweilig-gefährlichen politischen Akteuren noch Karikaturisten zu sehen, die spitz und provokant aktuelle Themen, lokale Berliner Themen ebenso wie internationale Ereignisse ohne Angst vor Anfeindungen und Prozessen auf’s Korn nehmen. Ein Besuch auf seiner Homepage lohnt!

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06.02.2010

Und das soll eine Großstadt sein?

Jürgen in am 6. Februar 2010, 17:32   23 Kommentare »

Ja, so reden sie manchmal, die Touristen. Heute schimpfte eine Gruppe deutschsprechender, auswärtiger Damen vor dem Friedrichstadtpalast, weil auf dem Bürgersteig nicht gestreut war. Warum auch. Reicht doch, wenn wir eine “be Berlin”-Kampagne haben, wozu dann noch die Bürgersteige rutschfrei machen?! Außerdem sollen Touristen doch froh sein, wenn sie aus ihrem Nest mal rauskommen und Berliner Luft schnuppern können. Hier dürfen sie was erleben und sehen auch mal einen prominenten Politiker oder Künstler vorübergleiten, der allerdings manchmal sauer ist, wenn ihn niemand erkennt. Den Berliner stören diese Leute ja nicht weiter, er guckt geradeaus, aber die Touristen fangen dann gleich an zu tuscheln. War das nicht der und der?

Letzte Woche beobachtete ich im Postamt Ecke Zinnowitzer Straße (Achtung: Der U-Bahnhof heißt seit einiger Zeit Naturkundemuseum) eine vielleicht 30-jährige Frau. Sie saß an einem der Kundenplätze und hatte einen Riesenkasten mit Briefen vor sich, die sie alle manuell und durch Einsatz ihrer Zunge mit Marken beklebte. Sie machte ein hochzufriedenes, eifriges Gesicht bei dieser Tätigkeit und alle naselang entfuhr ihr ein: “Aha” oder “Oh” oder “Mmm” oder sie nuschelte so etwas wie “…aufpassn…” usw. Vielleicht hat die Frau endlich einen neuen Job und das Versenden der Post gehört mit zu ihren Aufgaben.

Oder die neue Suppenküche in der Invalidenstraße: Als ich den Laden betrat, strahlten mich zwei schürzenbehangene Frauen an. Vielleicht war ich ihr erster Kunde an diesem Tag, vielleicht hatten sie auch gerade einen großen Auftrag zur Belieferung einer Firmenfeier mit exotischen Suppen erhalten, wer weiß. Jedenfalls gibt es diesen Laden noch nicht lange und ich wünschte den Frauen viele Kunden, denn von mir allein können sie ja nicht leben.

In Mitte eröffnen und schließen manche Läden so schnell, da kommt man nicht hinterher. Aber in Charlottenburg z.B., da halten die Geschäfte lange durch. Gibt aber auch Ausnahmen, wie z. B. Tilo Stöhr. Dessen Radio-Werbespruch vergangener Jahre hallt mir immer noch im Ohr: “Tilo Stöhr bietet mehr”. War doch was: Kurz, prägnant, knackig.

Manchmal kriegt man aber dann doch wieder das Grübeln. Heute hab ich im Friedrichstadt-Palast wegen Berlinale-Karten nachgefragt: Procedere wie im alten Rom. Karten gibt’s nur an dem Tag, wo der Film läuft. Keine Vorbestellungen!

Da kann ich nur sagen: Siehe Überschrift.

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Berliner Bilder: Tegeler See im Winter

Michael in am 6. Februar 2010, 14:02   Kommentar schreiben »

Gemeinschaftsbadeanstalt in Tegel Foto: MM (HSB)
Ein bisschen Postkartenkitsch am Greenwich Ufer in Tegel Foto: c MM (HSB)
Sonnenuntergang über dem zugefrorenen Tegeler See Foto: c MM (HSB)

Eine verträumt-romantische Abendstimmung am Greenwich-Ufer am zugefrorenen Tegeler See – postkartenreifer Kitsch, und doch irgendwie schön.

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Sonnabend, den 6. Februar 2010

Bernd in am 6. Februar 2010, 08:29   Kommentare

Noch vor dem Frühstück besteige ich den Ausguck. Sieht nicht freundlich aus – da draußen. Die eintreffenden Meldungen machen die Stimmung nicht besser. Eine üble Gewalttat, die sich vor

05.02.2010

Freiheitsfrage

Harald in am 5. Februar 2010, 13:37   10 Kommentare »

Die Freiheitsstatue in Berlin - Foto: h|b

Wo steht diese nette, grüne, junge Dame aktuell in Berlin zur Begrüßung von Einwanderern und Heimkömmlingen und welches klitzekleine Detail fehlt der Dame im Original und wurde von mir listigerweise hinzugefügt?

Wer dann noch herausbekommt, zu welchem “Behufe” diese 6m hohe “Statue of Liberty” im Jahr 2005 in Berlin zum Einsatz kam, darf sich ein echtes Fleißbienchen ans Revers heften. Viel Spaß beim Rätseln.

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Freitag, den 5. Februar 2010

Michael in am 5. Februar 2010, 11:40   Kommentar schreiben »

Wirtschaften – das Schlagwort des Tages. Der Winter ist teuer, Boni-Zahlung für schlechte Leistung, mehr Ertrag, neues Profit-Center, eine Frau als Vize, kein Raum für Rechte. Das Berliner

04.02.2010

Das Kreuz mit der Kirche...

Michael in am 4. Februar 2010, 18:30   76 Kommentare »

"Mit den Füßen zuerst" von Martin Kippenberger Foto: MM (HSB)

Das Bild “Mit den Füßen zuerst” aus dem sehr differenzierten Schaffen von Martin Kippenberger (1953-1997) ist derzeit im Hamburger Bahnhof in der Ausstellung Die Kunst ist super mit mehreren anderen Werken von ihm zu sehen.

Kippenberger, der in Berlin u.a. Geschäftsführer (ab 1978) des Kreuzberger Clubs SO36 war, wohnte, von Dortmund kommend, u.a. in Berlin, Paris und Wien und hat aktiv in der Kunstszene dieser Städte mitgewirkt.

Mir erschien Kippenbergers Werk, der an der Demontage des traditionellen Kunstbegriffs arbeitete und gern Provokation und Spott einsetzte, gerade im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um Pädophilie, die katholische Kirche, Papst Benedikts missionarischem Eifer gegen Schwule vor seiner Großbritannien-Reise und die kommende Osterzeit sehr passend. Vielleicht blasphemisch, vielleicht aber auch eine Überhöhung des Kreuzigungsaktes, eines aufgeblasenen Kirchenapparates durch skuril-metaphorische Plastizität.

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Donnerstag, den 4. Februar 2010

Michael in am 4. Februar 2010, 14:16   7 Kommentare »

Die Polizei in Berlin und Brandenburg rechnet mit einem neuen Rockerkrieg. 70 Bandidos sind zum Konkurrenten Hells Angels übergelaufen. Die Clubs sind mit Drogenhandel und Prostitution dick im

(V)erwischt

Harald in am 4. Februar 2010, 12:59   3 Kommentare »

Gepla"tz"te Träume der S-Bahn Berlin - Foto: h|b

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Schneeräumen versus Nachtruhe

Sebastian in am 4. Februar 2010, 12:21   33 Kommentare »

Ein Innenhof wie viele in Berlin. Ein Innenhof, auf den ich durch das Schlafzimmerfenster sehen kann. Nachts tue ich das gewöhnlich nicht. In diesem Winter ist alles ein wenig anders.

Letzte Woche, Sonntag, 06:10 Uhr. Ein kratzendes, schabendes, schiebendes Geräusch. Der Innenhof, der als Zugang zu den Müllcontainern und auch zu untergestellten Rädern wohl verwaltungstechnisch als Gehweg gilt, wird vom Schnee befreit.

Letzte Woche, Dienstag, 04:45 Uhr. Ein kratzendes, schabendes, schiebendes Geräusch. Tiefschlaf vorbei.

Letzte Woche, Mittwoch, 03:50 Uhr. Ein kratzendes, schabendes, schiebendes Geräusch. Tiefschlaf vorbei. Ärger ist angestaut.

… Ich erspare der Leserschaft das vollständige Lärmprotokoll. Den nächtlich arbeitenden Jungs erspare ich eine Hasstirade aus dem Fenster. Die machen auch nur Ihren Job.

Anruf bei der Hausverwaltung. Nein, man will mit mir nicht darüber sprechen, nicht mal kurz zuhören. Ich könne schriftlich was einreichen, juristisch ist die Sache klar. Seit Wochen hören sie dort die selben Klagen. Klick. Aufgelegt. Danke dafür. Ich bezahle Euch, Ihr W*****.

Ich recherchiere ein wenig. Es gibt aus verschiedenen Bundesländern offenbar unterschiedliche Urteile, aber wirklich viel ist nicht zu finden. Einschlägig sind Bundes- und Landesimmissionsschutzgesetz und das Berliner Straßenreinigungsgesetz. Klar, es gibt die Regelung zur Nachtruhe 22:00 Uhr – 06:00 Uhr und ja, Straßen und Wege müssen zwischen 07:00 und 22:00 Uhr geräumt sein, und wenn es nach 22:00 Uhr schneit, muss auch dafür Sorge getragen werden, dass zu Beginn des morgendlichen Verkehrs (07:00 Uhr) alles geräumt ist. Und Blitzeis erfordert noch mal andere Gefahrenabwehr. Wenn ich das alles einigermaßen richtig verstanden habe. Und was bedeutet das in der Konsequenz?

Zumindest für Berlin scheint die Sache klar zu sein.

Auf Grund der mit Schnee und Eis verbundenen Gefahren für die Allgemeinheit hat die Abwehr dieser Gefahr Vorrang gegenüber dem Lärmschutz. (Quelle)

Liebe mitlesende Juristen, spätestens ab hier bitte nicht weiterlesen. Jetzt kommt Laiensülze, gesalzen mit leichtem Schlafmangel. Der Grundsatz erst die Allgemeinheit und dann der Einzelne ist gut und richtig, auch bei der Verkehrssicherungspflicht. Schneeräumen leuchtet mir sowieso ein. Schneeräumen am Sonntag früh im Innenhof leuchtet mir schon nicht mehr ein. Gesetze und daraus resultierende Verordnungen können sich ja durchaus an Lebenswirklichkeiten orientieren. Differenzieren können sie auch. Und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit scheint mir durch die wenig differenzierte Formulierung (oder deren Auslegung) zumindest angekratzt.

Jenseits der juristischen Frage ärgert mich aber noch etwas anderes. Die Hausverwaltung setzt ganz offensichtlich nicht genug Firmen ein, die den Schnee beseitigen, denn es ist ja klar, dass, wenn bis 07:00 Uhr alles weg sein muss, müssen die eingesetzten Jungs bei X Aufträgen irgendwo sehr sehr früh anfangen. Klar, wenn die Hausverwaltung mehr Firmen beauftragt, würde sich das auf meine nächste Betriebskostenabrechnung auswirken. Aber ehrlich gesagt zahle ich ein paar Euros mehr und kann dafür durchschlafen (zumindest bis 06:00 Uhr). Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal runter gehen, den Jungs ein paar Euros zustecken.

Nein, besser hoffe ich darauf, das der Winter schnell vorbei ist.

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03.02.2010

Mittwoch, den 3. Februar 2010

Michael in am 3. Februar 2010, 13:59   23 Kommentare »

Das Schweigen ist das Benzin im Motor des Täters konstatiert der Rektor des Canisius Kolleges, Pater Klaus Mertes. Weiter sagt er: “Ich weiß, wie alleine man sich fühlt, wenn alle im

Sunrise

Harald in am 3. Februar 2010, 08:00   3 Kommentare »

Winterliche Morgenstimmung an der Warschauer Brücke in Berlin - Foto: h|b

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02.02.2010

Berliner Bilder: Licht in der Nacht

Michael in am 2. Februar 2010, 17:12   7 Kommentare »

Leuchtboje vor dem alten Ölspeicher (Rummelsburger Bucht) Foto: MM (HSB)
Leuchtmittel - fast wie ein futuristischer Tower Foto: MM (HSB)
Bäume im winterlichen Nachtlicht Foto: MM (HSB)

Kälte, Schnee, Dunkelheit, Bäume, Licht, Großtadt: in der Kombination ergibt sich eine ganz eigene Stimmung, eine neue Sichtweise auf Alltägliches, eine andere Perspektive, die manches in wahrstes Sinne des Wortes in einem anderen Licht erscheinen lässt.

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Haiti-Benefizveranstaltung für Jacmel: direkter Draht zu den Empfängern

Martin in am 2. Februar 2010, 15:17   10 Kommentare »

Viele kennen vermutlich folgendes Problem: Man spendet einen Betrag an eine Hilfsorganisation, um irgendwo in der Welt die Not zu lindern. Ein paar Wochen später erhält man als Antwort ein Massenmailing, welches sich – sehr anonym – dafür bedankt, dass mit dem gespendeten Geld nun noch viel mehr Werbung für den guten Zweck gemacht werden kann … Wer von dieser Art “Quittung” die Nase voll hat, aber gern etwas gegen die Not in Haiti tun würde, für den hätte ich einen Hinweis auf eine Aktion an diesem Wochenende.

Rose-Anne Clermont stammt aus Haiti, ist in den USA aufgewachsen und lebt als Journalistin in Berlin. Ihre Eltern haben als Ärzte in den USA gearbeitet und sind anschließend nach Haiti zurückgekehrt, wo sie eine Stiftung aufgebaut haben und heute in Jacmel ein Kinderheim betreiben. Bei dem verheerenden Erdbeeben ist das Kinderheim schwer beschädigt worden – so sehr, dass die Kinder nun in Zelten im Freien schlafen müssen. Die Situation ist sehr angespannt, denn durch das große Unglück sind heute weitaus mehr Kinder ohne Obdach, und das Waisenhaus braucht daher dringend den Platz und die Möglichkeiten, den Kindern zu helfen.

Daher haben sich jetzt Freunde und Bekannte von Rose-Anne zusammengetan und für den kommenden Sonntag, 7.2., eine Benefiz-Gala im Kino Babylon (Rosa Luxemburg Str. 30, Berlin-Mitte) organisiert. Um 17 Uhr geht es los, diverse Promis sind dabei – unter anderem Gayle Tufts und Maybrit Illner. Die 25 EUR, die man an der Abendkasse bezahlen muss, gehen direkt an die Jacques A. Clermont Memorial Foundation – also an die Einrichtung, die das Waisenhaus betreibt. Und damit werden dann keine Broschüren gedruckt, sondern es werden dringend benötigte Dinge gekauft, um das Leben der Kinder vor Ort erträglicher zu machen.

Die Leser des Hauptstadtblog sind herzlich eingeladen, doch auch zu der Veranstaltung zu kommen, oder aber das Waisenhaus direkt zu unterstützen. (Spendeninfos in der rechten Spalte auf Rose-Annes Blog).

(Der vollen Transparenz halber: ich kenne Rose-Anne persönlich, und ich bin überzeugt, dass internationale Hilfe gerade in Zeiten des Internet idealerweise direkt an die Empfänger gehen sollte.)

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Dienstag, den 2. Februar 2010

Linda in am 2. Februar 2010, 10:16   11 Kommentare »

Heute ist Murmeltiertag. Wenn Phil seinen Schatten sieht, dann müssen wir aufpassen, dass wir nicht in der winterlichen Wetter-Zeitschleife landen! Durch die vielen eisigen Hochnebeltage ist die

Unpaarhufer

Harald in am 2. Februar 2010, 10:08   Kommentar schreiben »

Przewalski-Pferde im Berliner Tierpark, der auch im Winter einen Besuch wert ist - Foto: h|b

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01.02.2010

Quo vadis Berlin?

Jürgen in am 1. Februar 2010, 18:03   22 Kommentare »

Es ist mal wieder soweit. Der Kapitalismus muss einen Gang zurückschalten.

Während der US-Präsident sich mit Bankern auseinandersetzt, europäische Regierungen sich – genauer gesagt ihre Steuerzahler – bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise bis an die Grenzen der Belastbarkeit und auch auf Kosten kommender Generationen verschulden, trifft sich alljährlich in Davos die Politik- und Wirtschaftselite zum Gespräch über die Lage. Diesmal geht es nicht um Profitmaximierung und gegen “Sozialschmarotzer”, sondern um Regulierung und mehr soziale Verantwortung. Einige Banker klagen sogar, man möge doch jetzt mit der Schelte und den Schuldzuweisungen aufhören. Sie vergessen dabei, daß es wieder einmal das Finanzkapital war, was die Welt an den Rand der wirtschaftlichen Katastrophe brachte. Der Chef eines großen deutschen Konzerns sagte zu dieser Zyklik sinngemäß, daß es bei der nächsten großen Krise vorbei wäre, denn das Geld sei alle!

Die Herbstwahlen 2009 bescherten Deutschland eine schwarz/gelbe Regierung. Die Wähler wollten damit nicht (so nehme ich an!), daß die Kluft zwischen reich und arm in Deutschland weiter wächst bzw. sie haben die Losung, daß sich Arbeit wieder lohnen soll (für wen?) möglicherweise anders verstanden, als sich das jetzt abzuzeichnen beginnt. An dieser Stelle gleich mal ein Vorschlag: Weg mit der gerade eingeführten Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Hotels und dafür Wegfall des seit 1.1.2009 geltenden höheren Mehrwertsteuersatzes für Schulessen (Caterer)!

Berlin ist als Großstadt zwar ein Mikrokosmos für sich, zudem sich hier schon immer die Probleme Deutschlands in konzentrierter und komprimierter Form gezeigt haben und auch zukünftig zeigen werden. Aber die Situation in der deutschen Hauptstadt ist dennoch untrennbar und eng mit den oben skizzierten Veränderungen verbunden.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat der Berliner Zeitung am Wochenende ein Interview gegeben, in dem zwar viel aus Wowereits Biografie zitiert, einiges zum Thema Integration, aber zu wenig konkretes über die anderen großen Probleme Berlins gesagt wird.
Hier, ausgehend von der Mai- Analyse, einige Bemerkungen zur aktuellen Lage. Beginnen wir mit der Arbeitslosenzahl: Obwohl der massive Einsatz von Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden gegengesteuert haben liegt sie aktuell im Januar bei 245.000. Das bedeutet eine Quote von 14,5%, damit der vorletzte Platz unter allen Bundesländern und gegenüber 2008 nochmals eine Steigerung von 5% (gegenüber 1991 eine Erhöhung von 36%.)
Kurzarbeit bedeutet jedoch Einkommenseinbußen. Hinzu kommt, daß viele in prekäre Arbeitsverhältnisse gezwungen werden und neben ihrer Arbeit auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Lt. dieser Information braucht jeder fünfte Berliner Geld vom Staat. Berlin liegt – bei all dem kein Wunder – mit 16.800 € pro Einwohner und Jahr auch in der Kaufkraft unter den deutschen Städten und Kreisen im hinteren Bereich und 11 % unter dem Bundesdurchschnitt.
Beschäftigtenzahl: Die Zahl lag 2008 bei 1,638 Mio.
Dabei ist zu beachten, daß die Zahl der Nichtselbständigen stagniert, während die der – bei vielen gleichfalls mit prekären Einkommen – Selbständigen deutlich stieg.
Die Wirtschaftsstruktur Berlins hat sich seit Mai 2009 natürlich nicht gravierend verändert, allerdings ist die Zahl der Firmenneuansiedlungen in 2009 gegenüber 2008 deutlich zurückgegangen.
Schulden: Das Land Berlin hat mit Verabschiedung des neuen Haushaltes 2010/2011 Gesamtschulden von ca. 65 Mrd. €. Dafür sind jährliche Zinszahlungen von ca. 2,5 Mrd. € zu leisten. Berlin wird wohl, ohne Hilfe des Bundes, diese Schulden auf absehbare Zeit nicht abbauen können.
Die Liste der wirtschaftlichen Probleme Berlins – natürlich gäbe es auch einige positive Dinge zu vermelden – ließe sich fortsetzen. Ich weise aber nur noch kurz auf den politischen Aspekt hin. Die SPD erlitt bei den Septemberwahlen 2009 eine verheerende Niederlage in Berlin. Da die Linke aber gleichzeitig zulegen konnte, ist offensichtlich, daß die Berliner der SPD, die sich mit Agenda 2010 und Hartz IV ein bleibendes negatives Denkmal gesetzt hat, dies angekreidet haben.

Aktuell: Die Situation der letzten Wochen und Monate u.a. mit den Problemen S-Bahn, Tempelhof, Spreedreieck, Mitte-Bebauung, Charite-Diskussion, Autobrände, Schauspielschule um nur einige zu nennen, hat bei mir dazu geführt, daß ich diesem Senat und einigen Senatoren nicht mehr zutraue, Berlin wieder auf einen guten Weg zu führen. Lt. dieser, nicht mehr taufrischen, Umfrage geben lediglich noch 20% der Berliner der SPD ihr Vertrauen. Ich gestehe aber auch, daß ich in Berlin z.Zt. keine Partei sehe, die das Ruder herumreißen könnte, am allerwenigsten die CDU. Was könnte der Senat tun? Wieder ein wenig mehr Politik zum Nutzen des Landes und der Bürger machen. So könnte man z.B. alle Verträge, die das Land oder wichtige Landesunternehmen mit Drittpartnern abgeschlossen haben, überprüfen und ggfs. nachverhandeln, um Schaden vom Land abzuwenden. Das betrifft z.B. die Verträge mit:

  • der Bahn bzw. S-Bahn
  • den Wasserbetrieben
  • Investoren (hier Quelle) über Fördermittel in Höhe von 1,3 Mio €
  • Überprüfung der Wirtschaftsförderung und der Werbekampagne “Be Berlin”
  • Unternehmen im sozial geförderten Wohnungsbau
  • Überprüfung von Cross-border-Geschäften der BVG

Was aber aus meiner Sicht das wichtigste ist: Berlin dreht sich – unabhängig, welche Parteien gerade die Macht haben – zwar im Alltag auch immer von allein. Die Stadt ist – und bleibt hoffentlich noch lange – eine politische, kulturelle und ethnisch/religiöse Mischlandschaft. Dennoch und gerade deshalb braucht Berlin mit ihren 3,43 Mio Einwohnern einen Senat und Bezirkschefs, die einen und nicht, wie manchmal zu hören ist, trennen und polarisieren. Dabei ist, neben Visionen, aber auch die Lösung der oben beschriebenen Alltagsprobleme gefragt.

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