Hauptstadtblog

Open Mike 2016

Letztes Wochenende war es wieder soweit, zum 24. Open-Mike-Wettbewerb sammelten sich junge Dichterinnen und Dichter im heimatlichen Neukölln. Das Wettlesen hat Tradition, immer nur 15 Minuten Vorlesen sind erlaubt, darüber wacht ein Wecker. Schlag auf Schlag geht es also, bis die Texte der 22 TeilnehmerInnen durch sind.

Die Einsamkeit der Jury
Die Einsamkeit der Jury

Seit die Veranstaltung bei mir um die Ecke stattfindet, war ich eigentlich immer dabei. Vielleicht nicht für sämtliche Lesungen, aber doch ausgiebig. Voll war es früher, daran erinnere ich mich gut. An den Türen stand Personal, das immer nur so viele Leute in den Saal ließ, wie ihn zuvor welche verlassen hatten. Sitzplätze waren Mangelware und begehrt. Inzwischen ist das anders, schon im letzten Jahr war die Lage entspannt. In diesem fand ich es fast traurig, wie wenig Menschen den Weg zum Open Mike gefunden hatten.

Dabei war das vorgetragene Material gegenüber den letzten Jahren bemerkenswert. Deutlich mehr Erzähltes, selbst in der Lyrik. Geschichten, die über das eigene hinausgehen, kaum Schreiben über das Schreiben. Spannend. Dabei auf der Höhe der Zeit, modern könnte man sagen. Obwohl das nicht wirklich eine literarische Qualität ist, aber erfrischend eben.

Mehr kann auf dem Blog des Open Mike nachgelesen werden, der (sic!) aber nicht so richtig ein Blog ist. (Schon allein wegen des Artikels.) Das wage ich als bloggendes Urgestein hier einfach mal zu behaupten. Eine schlüssige Zusammenfassung mit den Gewinnern und der Gewinnerin gab es auch im Deutschladradio Kultur.

Ebendort soll es auch am 20. November um 1.05 Uhr ein Feature von Irene Binal geben. Untertitel: Der Open Mike ist das Sprungbrett in den Literaturbetrieb für diejenigen, die schreiben, aber noch kein Buch veröffentlicht haben.

Rumspringen mitten in der Nacht. Naja, muss wohl Literatur sein.

am 18. November 2016 - 17:10 von Susanne