Hauptstadtblog

Berlin bleibt

Wie kann man HSB sein und nichts sagen, nicht schreiben? Jetzt?! Wo alle Welt über Berlin redet und meint und sogar betet, wie mir Twitter erzählt. Was aber sagen, was überhaupt denken? Und wie?

Notiz von Sigrid Grajek, am 20. Dezember 2016 Brandenburger Tor hinterlassen
Notiz von Sigrid Grajek, am 20. Dezember 2016 am Brandenburger Tor hinterlassen

Zunächst einmal bin ich nur ich, ich bin nicht Berlin. Ich bin in Berlin.

Und dich bin sehr ruhig und friedlich dieser Tage. Ich war in der Nähe am Montag, auch weil ich jetzt in Charlottenburg arbeite. Dann war ich noch die neue Brille abholen, in Wilmersdorf, und morgen muss ich wieder hin, um eben diese Brille zu reklamieren. Der Breitscheidplatz ist dennoch weit weg. Alle meine FreundInnen und KollegInnen, alle bekannten und unbekannten Namen und Gesichter in meiner Umgebung waren kaum näher dran als ich. Das macht es leicht, ich weiß.

Aber es ist kein Krieg, nichts Neues in Berlin oder in der Welt seit Montag. Alles ist wie immer, wie seit langem schon. Also doch Krieg. Ich schaue zurück auf das vergangene Jahr, das eine deutliche Sprache spricht. Und das jetzt noch einmal das Letzte, wirklich Allerletzte zu geben scheint. Was immer es sein mag, das am Montag in Berlin eingekehrt ist, Krieg, Terror oder Verbrechen: Es fordert weltweit Opfer. Viele Opfer und viel Leben, auch da, wo es nicht direkt tötet. Was also sagen, was denken?

Ich weiß es nicht. Aber ich muss auch nicht, denn Sigrid Grajek hat gestern bereits Worte gefunden und umgesetzt, denen ich mich nahtlos anschließe: Kein Hass, voller Liebe und Vielfalt in Freiheit. Das ist Berlin!

Fußnote: Bleibt noch der Ekel vor Meinungsmache und Rechthaberei, die schneller als alles andere längst wieder um sich greifen Und vor all dem politischen Dreck, auch wenn das letztendlich gänzlich wertlos ist.

am 21. Dezember 2016 - 15:20 von Susanne