Hauptstadtblog

Amerikanische Ablagerungen

In Berlin bemerkt man selbstverständlich die geänderten weltpolitischen Stimmungen. Könnte sein, dass „die Amerikaner“ sich mit ihrem neuen Präsidenten noch weiter aus der Stadt zurückziehen werden als bisher. Grund genug, sich noch einmal die kulturellen Reste der amerikanischen Zeit anzuschauen.

Der berühmte Rosinenbomber

 

Irgendwo im tiefsten Zehlendorf, dort wo früher militärische Truppen stationiert waren, existiert heute ein Alliertenmuseum. Das auffälligste Ausstellungsstück ist natürlich der Rosinenbomber. Mit diesen Fluggeräten sind die Westberliner mit Lebensmitteln versorgt worden, als „die Russen“ einmal die Zufahrtswege zu diesem militärisch abenteuerlichen Konstrukt blockierten. Passend zum Thema ist zur Zeit eine Sonderausstellung „100 Objekte“ aus dem Kalten Krieg zu besichtigen. Neben dem Flugzeug ist die Checkpoint-Charlie-Kontrollbude zu sehen, im Originalzustand.

 

Eingang Alliiertenmuseum
Amerika Haus mit C|O Berlin

 

 

 

 

 

Mitten in Charlottenburg ist ein weiterer Erinnerungsort zu besichtigen: das Amerika Haus – jetzt mit der internationalen Fotogalerie C|O Berlin.

Die Fassade enthält Gebrauchsspuren aus der Zeit der Studentenproteste 1968. Die Studentenbewegten von damals erleben nun einen späten Triumph: nach fast 50 Jahren wird „Ami go home“ Wirklichkeit. Naja, bis auf ein paar Touristen. Und Trump-Flüchtlinge. Und Softwarefirmen. Und die American Academy.
Und ich renne schon wieder der Zeit hinterher.

am 26. Februar 2017 - 13:04 von Linda Link