Kein Kompromiss bei FU-Politologen
Günter in Stadtnotizen am 13. Dezember 2008, 17:39 Kommentare
Es bleibt dabei: Das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität ersetzt seine Vollprofessur für Ideengeschichte durch eine Juniorprofessur – zugunsten zweier Professuren im Sonderforschungsbereich „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“. Nach monatelangem Streit hat der Fachbereichsrat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, an den dafür vorgesehenen Berufungen festzuhalten.
Ergänzend zum Bericht im Tagesspiegel hier noch einige Details:
- Beide Lager hatten eifrig um die Teilnehmer geworben – neben den zehn, dem Fachbereichsrat angehörenden Professoren nahmen rund 20 weitere Professoren an der Abstimmung teil.
- An der Entscheidung über die Berufungslisten änderte die erneute Abstimmung nichts. Appelle für einen möglichst weitreichenden Konsens im Sinne der „politischen Kultur des OSI“ verhallten ungehört – an den Berufungen ohne Ausschreibung wurde festgehalten.
- Für Sven Chojnacki sprachen sich laut Teilnehmern der nichtöffentlichen Sitzung 24 Teilnehmer aus, 13 stimmten dagegen (eine Enthaltung). Für Christoph Zürchers Berufung stimmten 19 Teilnehmer, 17 dagegen (zwei Enthaltungen).
Am Freitag berichteten mir Studentenvertreter, dass die Verwaltung einen Raumantrag für eine Diskussionsveranstaltung zum oben erwähnten Sonderforschungsbereich abgelehnt hatte. Ich habe die Fachbereichsverwaltung um eine Stellungnahme gebeten, bislang aber keine Rückmeldung erhalten.
Nachtrag 15.12.: Wie mir der Verwaltungsleiter des Fachbereichs nun mitteilte, fand die Veranstaltung wie geplant statt – und nahm aus seiner Sicht einen erfreulichen Verlauf: Verschiedene Seiten seien zu Wort gekommen, da auch Vertreter des Sonderforschungsbereichs zu den Besuchern zählten und mitdiskutierten. Dass der Raum zunächst nicht genehmigt wurde, habe mit Bedenken angesichts der Einladung (‘Who the fuck is SFB 700’) zu tun gehabt.