An einem Sonntag im August

Bernd in am 2. August 2009, 02:47   Kommentar schreiben »

An einem Sonntag im August wurde nicht nur begonnen Die Mauer zu errichten. Es gibt andere, in Vergessenheit geratene, Jubiläen. Auf den Tag genau vor 50 Jahren wurde auf der AVUS ein Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen.

In jenen Jahren bestimmte der Kalte Krieg das Leben hier und die Veranstaltung sollte den Status Berlins aufwerten. Es war Propaganda für den westlichen Lebensstil. Man wollte Besucher aus Ostberlin anlocken und setzte den Eintrittspreis auf eine Mark fest; zu entrichten in D-Mark oder Ostmark.

Sportlich kann man das ganze Unternehmen nur als Fehlschlag bezeichnen. Weil die Reifen der Fahrzeuge den Belastungen nicht gewachsen waren, wurde kurzfristig das Reglement außer Kraft gesetzt und das Rennen in zwei Läufen zu je 30 Runden ausgetragen. Ein bisher einmaliges Ereignis! Das Rennen war langweilig und es gab nur 15 Starter. Der Führende in der Weltmeisterschaft, der Australier Jack Brabham, mußte seinen Cooper schon in Runde 15 abstellen. So traten zum zweiten Lauf noch ganze 9 Fahrer an, von denen 7 das Ziel erreichten. Drei Ferraris beherrschten das Feld. Am Schluß gewann Tony Brooks vor seinen Markenkollegen Dan Gurney und Phil Hill.
Das Motto des Wochenendes hätte auch „zwei Glückspilze und ein Toter“ lauten können. Denn beim Grand Prix überlebte Hans Herrmann, vor allem als Sportwagenpilot bekannt, einen schlimmen Unfall, bei dem sich sein BRM mehrfach überschlug und er aus dem Fahrzeug geschleudert wurde. Er war „Hans im Glück“.
Jean Behra, ein prominenter französischer Rennfahrer, hatte am Sonnabend, beim Training für ein Sportwagenrennen, nicht so viel Fortune. Er starb, nachdem er in der so genannten Nordkurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte, über die Begrenzung hinaus gerast war und dann einen Flaggenmast rammte. Ein junger Holländer, namens Carel Grodin de Beaufort, hatte mehr Dusel. An fast der gleichen Stelle flog er ebenfalls hinaus, blieb aber praktisch unverletzt. Auch sein Wagen fuhr noch. Er wollte sogar das Rennen fortsetzen. Wurde aber wegen der Beschädigungen an seinem Fahrzeug aus dem Wettbewerb genommen.
Hier noch ein kurzer Blick auf das Rennen 1959.

Die Avus, ob mit oder ohne „Mordkurve“, war eine gefährliche Strecke. Nach 1959 fanden drei Jahre überhaupt keine Rennen statt. Insgesamt 12 Menschen haben hier ihr Leben verloren.

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