Hauptstadtblog

In Berlin wird auf Sand gebaut

Das wird häufig behauptet, immer auch ein wenig zur Abschreckung von übereifrigen Investoren. Der Berliner Bauboden hat einen schlechten Ruf, eiszeitliche Kollateralschäden geben ihm den Rest.  Eine Probebohrung auf dem Campus der TU aber klärt auf: der Berliner Untergrund ist definitiv sandig. Auf den ersten 120m fast nur quartäre und tertiäre Sande. Wer hier blockweise Hochhäuser plant, wie z.B. zwischen Bahnhof Zoo und TU-Gebäuden, muss also ein bißchen mehr rechnen. Und vor allem mit Mehrausgaben rechnen.

Das Bohrloch des Helmholtz Zentrums Potsdam befindet sich in der Fasanenstraße, kurz vor der Müller-Breslau-Straße, ist 560 Meter tief und wurde laut Projektflyer hauptsächlich zur Untersuchung von Energie- und Wärmespeicherung eingerichtet. Sinnvolles Wissen, bevor man mit den Anthropozän-Aktivitäten beginnt.

am 19. März 2017 - 14:00 von Linda Link

Winter ist …

wenn du mindestens ein digitales Beweisfoto vom Schnee gemacht hast, auch wenn nur wenige Millimeter liegen.

Schnee auf dem Dach

Die weißen Tupfer auf dem Bikinihaus-Dachgras sehen noch nicht ganz so zertrampelt aus wie die Schneeschicht auf den Hauptstadtstraßen

am 08. Januar 2017 - 19:36 von Linda Link

Anthropozän-Fotos im Tieranatomischen Theater

humboldt-campus1  tieranatomie

Die erste Frage war für mich, wie ich zum Tieranatomischen Theater hinkomme. Navieinstellungen haben nichts genützt, zeitweises Umherirren auf dem Humboldt-Gelände war wohl nicht zu vermeiden.  Zwischen vielen verstreuten Gründerzeit-Anlagen taucht plötzlich dieses schicke frisch renovierte Ausstellungsgebäude auf. Die Vorstellung, dass hier früher Tiere seziert wurden, schwingt bei jeder Veranstaltung mit.

fotoausstellung anthropozaen tieranatomisches-theater

Dass es ein wissenschaftlich begründetes  Anthropozän gibt, ist noch neu. Von Menschen gemachte Spuren sollen in der Erdkruste nachweisbar sein.  Aber kann das fotografisch dokumentiert werden? In Berlin ist EMOP (European Month of Photography) und eine Ausstellung im Tieranatomischen Theater zeigt Landschaften, die „unberührt“ sein sollten. Und es nicht sind.

Von Constanze Flamme werden Aufnahmen gezeigt, die sie nach der Katastrophe von Deepwater Horizon gemacht hat, John Volynchook fotografierte Landschaften in England, die von Fracking bedroht sind. Hans-Christian Schink zeigt, wie Verkehrsprojekte nach der deutschen Einheit unberührte Landschaften zerschnitten haben,  Lois Hechenblaikner wie Skilifte die Alpenlandschaften durchpflügen. Weitere zu entdeckende Arbeiten von Fotografen in dem sehenswerten Gebäude:

Longing for Landscape – Landschaftsfotografie im Anthropozän im Tieranatomischen Theater, noch bis zum 1.12.16, 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei

am 10. November 2016 - 21:42 von Linda Link